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Einen ungewöhnlichen schulischen Ausbildungsstart hatten die Versicherungskaufleute des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg in Detmold im Dezember 2021

Die Gruppe „Innovieren und Gründen“ der Bildungsbrücken OWL übernahm die ersten beiden Tage des Blockunterrichts, um mit den Schüler:innen einen kleinen Design-Sprint Workshop abzuhalten. Der Schwerpunkt, laut Lehrplan: Agenturgründung. Wenn jemand sich in diesem Thema auskennt, dann diese Arbeitsgruppe.

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde wurde der Design-Sprint vorgestellt. Innerhalb von zwei Tagen sollten die Teilnehmer:innen Probleme identifizieren, die mögliche Kund:innen haben und dazu Lösungen herausarbeiten. Begleitet wurden sie dabei vor allem von den AG-Mitglieder Ralf Steltenkamp und Jannis Stadtmann, die Methoden anleiteten und konkrete Fragestellungen in die Runde gaben.
Um ein geeignetes Produkt oder eine Dienstleistung für die Zielgruppe zu entwickeln, sollten die Auszubildenden die Stakeholder, also Interessensgruppen, identifizieren. Wer ist von dem Produkt betroffen? Und wie stehenden die Betroffenen untereinander in Beziehung -wirkt sich das neu erschaffene Produkt irgendwie darauf aus?

Schon alleine diese Fragestellung, regte die grauen Hirnzellen an. In Kleingruppen arbeiteten die Auszubildenden zusammen, um auch verschiedene Ideen zu hören.

Sichtlich am meisten Spaß hatten sie während der Erstellung der Personas. Hier sollte eine möglichst genaue Beschreibung der potenziellen Kund:innen imaginiert werden, in denen klare Charaktereigenschaften, Hobbys, Familienumstände, aber auch Vorbilder und Leitsätze ausgedacht werden sollte. Zudem sollten sie alle eine kleine Zeichnung dieser Person anfertigen, was für sichtliche Erheiterung sorgte. Der Schritt als solches sei aber wichtig, so Jannis Stadtmann, „so könnt ihr euch viel besser in die Zielgruppe hineinversetzen und so zielgruppengerecht planen“.

Nach der kreativen Phase, sollten die Berufsschüler:innen ihre erstellte Persona verkörpern und gegenseitig Interviews führen. Da waren die Versicherungskaufleute auf der einen Seite und die Kund:innen auf der anderen. „Auch hier merkt ihr wieder deutlicher, was genau eure Kundinnen oder Kunden interessiert. Was sind wirklich Dinge, die sie bewegen? Worin brauchen sie Hilfe? Wo sehen sie Schwierigkeiten? Oder: Wo seht ihr Unterstützung, auch wenn der Kunde, die Kundin dies noch nicht sieht?“ leitet Jannis Stadtmann wieder an.

Mit Hilfe dieser Interviews war es die Aufgabe, die Herausforderungen einzelner Kund:innen zu identifizieren und abzuleiten. Durch die Arbeit in Zweiergruppen, kamen hier sehr viele Aspekte zusammen, wie etwa veränderte Lebensumstände, fehlende Ahnung des Themengebiets Versicherung, zu starre Versicherungsmöglichkeiten oder zu wenig Flexibilität, die Versicherung an den persönlichen Bedürfnissen anzupassen.

Nach dem ersten Tag, war das Feedback durchaus positiv. „Wir haben einen ganz normalen Unterrichtstag erwartet, inklusive Sport und Deutschunterricht. Dass wir so interaktiv heute mitmachen durfte, half nicht nur, die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler direkt besser kennen zu lernen, sondern auch, eine andere Lernmethode kennenzulernen“, so die Schülerin Tessa, „ich habe viel mitgenommen und denke, dass ich so schnell die Inhalte des heutigen Tages nicht vergessen werde.“

Motiviert starteten die Schüler:innen der Berufsschulklasse auch am darauffolgenden Tag. „Ich freue mich, da anzufangen, wo wir gestern aufgehört haben!“ gibt Moritz von sich, „Der Tag gestern ging so schnell um, ich hoffe auch die darauffolgenden Schultage ohne diese Aufgaben sind so spannend!“

„Wir starten den Tag mit einem kleinen Input: Dem Business Model Canvas!“ begrüßt Ralf Steltenkamp die gespannt aussehenden Auszubildenden. „Dieses Modell hilft euch, die Geschäftsmodelle die ihr euch überlegt, zu visualisieren und Struktur in die Idee zu bringen!“

Vor allem aber, sei es die Grundlage für den Businessplan, die jede Gründungsfirma erstellen muss – alleine um einen geeigneten Kredit bei einer Bank anzufragen.

Der Business-Plan: Gefürchtet bei jedem Jungunternehmer, jeder Jungunternehmerin, aber tatsächlich die Grundlage, um geeignete Investoren zu finden und ein strukturiertes Konzept darzustellen.

Nach zwei erfolgreichen Tagen, inklusive Input, aber viel selber erarbeiten endet der kleine Workshop. Lehrerin Frau Mohr gibt sich zufrieden „Das nenne ich mal eine innovative Methode, um die langweiligen Grundlagen einer Agenturgründung zu lehren.“

Vielen Dank an das Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg, dass wir von der Arbeitsgruppe dieses kleine Experiment mit einer frischen Schulklasse starten durften. Wir freuen uns, dass die Idee so gut angekommen ist und bereiten gerne weitere Formate in diesem Stil vor. Wenn Sie Interesse haben, wenden Sie sich gerne an: innovieren@bildungsbruecken-owl.de

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