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Das Staffelfinale: Brückendialog Nr. 2 (Nachholtermin am 3.2.22)

Fantastisch unbürokratisch sei die Vermittlung und der Austausch von Schüler:innen über Erasmus+ ins Ausland, sagt Fabian Bräuer, Inhaber eines Unternehmens in Schweden.

In Teil vier (eigentlich Nr. 2) der Reihe „Brückendialoge“ ging es am 02.03.2022 um das Thema „Europa – ein Nutzen für die berufliche Bildung?!“

Natürlich kann das Thema Europa nicht behandelt werden, ohne auch auf die schlimmen Vorkommnisse in der Ukraine einzugehen. Einleitende Worte zu diesem Brückendialog kamen vom Abteilungsleiter Dennis Schäffer der „Stiftung Bildung&Handwerk“ in denen er treffend formulierte, dass Europa Chancen und Möglichkeiten bietet und es unvorstellbar sei, dass es momentan keinen Frieden innerhalb dieser Grenzen gibt. Unsere Gedanken sind an der Seite der Menschen in der Ukraine.

29 Teilnehmer:innen schalteten sich an diesem Abend zu, als Angela Bender, Projektkoordinatorin der Stiftung Bildung&Handwerk mit Sitz in Paderborn, die Entwicklung der beruflichen Bildung in Europa skizzierte.

Ein wichtiger Grundstein für Erasmus+ liegt im Kopenhagen-Prozess von 2002. Hier wurden Leitlinien aufgestellt für eine verstärkte europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Aus-und Weiterbildung. „Die duale Berufsausbildung macht mehr als nur Leute fachlich zu qualifizieren. Sie ist auch ein Garant der dafür sorgt, dass die individuelle Beschäftigung zu Wohlstand beiträgt, zum sozialen Zusammenhang, zur eigenen Wettbewerbsmöglichkeit“, beschreibt Bender, die seit über zehn Jahren zuständig ist für die internationale Verständigung und sozusagen eine Expertin für Erasmus+.

Viele Menschen denken, Erasmus kümmere sich nur um den Hochschulbereich, doch das stimmt nicht. Das + in Erasmus+ deckt alle weiteren Bildungsbereiche ab, sei es während der Ausbildung ins Ausland zu wollen, während der schulischen Bildung, aber auch als Lerhrer:in, kann die Chance genutzt werden, Erfahrungen außerhalb von Deutschland zu sammeln.

Das kann auch Frau Susanne Tietje-Groß bestätigen, die Leiterin des als Europaschule deklarierten HANSE-Berufskollegs in Lemgo. Zusammen mit der Europabeauftragten Frau Annegret Kollmeier des Kollegs berichtete sie von der rasch steigenden Interessentenzahl in der Schule und dass inzwischen auch Lehrer:innen die Chance nutzen, egal ob für einen Sprachkurs, oder von anderen europäischen Ländern zu lernen bzgl. Themen wie Technologie im Klassenzimmer oder Digitalisierung.

Doch nicht nur die Sicht der Schulen wurde in diesem Brückendialog vertreten. Mit bei der Podiumsdiskussion war auch der Leiter des International Office der TH OWL Jamey O’Reilly „Arbeiten im Ausland hilft allen beteiligten Teilnehmer:innen, die Welt mit anderen Augen zu sehen“, beschreibt dieser treffend.

Allen Beteiligten? „Aber ja“, wirft der schwedische Tiny House Bauer Fabian Bräuer ein. „alle lernen voneinander, erweitern ihre Horizonte und bekommen mehr Offenheit für andere Kulturen!“

Doch auch die Ausbilder:innen des entsendenden Unternehmens profitieren, erzählt Frau Tietje-Groß. Es entstünden keinerlei Mehrkosten und zudem dürften diese sogar vorgeben, was im Ausland gelernt werden soll

Um noch einmal auf das + in Erasmus + zurückzukommen wird auch die Frage aufgeworfen, ob denn betriebliche Ausbilder:innen die Chance nutzen. „Der eine oder andere würde gerne gehen, aber die Frage, wie er eingebunden werden kann ist noch offen. Außerdem ist die Anerkennung im beruflichen Bereich schwierig, der sogenannte Europass zertifiziert die Kompetenzen, die vor Ort erworben werden, aber es gibt viele nicht-messbare Kompetenzen, die dennoch sehr wichtig sind für die persönliche Entwicklung sind,“ berichtete Angela Bender. Sie möchte aber auf jeden Fall an dieser Schraube weiterdrehen: „Durch die Corona-Pandemie sind noch viele Mittel übrig, es wäre schade, wenn diese nicht genützt würden, um diese sinnvollen Erfahrungen zu sammeln!“

Zwar wurden zwei Studierende digital entstand in den letzten zwei Jahren, aber so richtig angekommen sei das Format nicht. „Es fehlt einfach das Gefühl, wirklich in einem fremden Land zu sein“.

Nach gut zwei Stunden waren die zahlreichen Fragen aus dem Chat beantwortet und die erste Staffel des Formats „Brückendialoge“ endete. Natürlich gibt es noch Unterschiede in der beruflichen Bildung in Europa, aber inzwischen wissen die Länder untereinander gut Bescheid über die verschiedenen Systeme.

Wir freuen uns auf eine zweite – mit mindestens ebenso hochkarätigen Gästen!

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